Durch die Benennung des Jahres 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ wird der gesellschaftlichen Relevanz dieses wichtigen Themas Rechnung getragen. Denn unsere Gesellschaft lebt vom Engagement der Menschen und ist somit ein wesentlicher Bestandteil unserer Zivilgesellschaft.
Und doch gibt es gerade in der heutigen Zeit immer wieder Situationen und Entscheidungen, die als „ehrenamtsfeindlich“ bezeichnet werden können und gerade für junge Menschen eine große Hürde darstellen, um sich ein für ein Ehrenamt zu entschließen. So ist zum Beispiel auch die Bologna Reform als ein Prozess zu beurteilen, der dazu führt, dass Bildungsinhalte immer weiter verdichtet werden und die freie Selbstentfaltung und die freie Zeiteinteilung durch stark strukturierte Stundenpläne deutlich beschnitten werden. Somit werden andere Formen des Kompetenzerwerbs, sog. Social Skills, und der Persönlichkeitsbildung, wie sie im ehrenamtlichen Engagement wie selbstverständlich „trainiert“ werden, vernachlässigt.
Trotz der hohen Motivation von Jugendlichen (34% engagieren sich in der Altersgruppe von 14-25 Jahren, Freiwilligensurvey 2009) sich in der Gesellschaft zu engagieren, ist diese oben beschriebene Hürde oftmals ein Grund dafür, sich gegen ein Ehrenamt zu entscheiden. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit sich diesem Thema anzunehmen und nach Lösungen und Wegen zu suchen, um das Setting für ein Engagement in der Gesellschaft zu verbessern. Aber man darf auf diesem Weg nicht vor neuen Möglichkeiten des Engagements zurückschrecken, sondern muss auf die Bedürfnisse der jungen Menschen Rücksicht nehmen, um somit ein „maßgeschneidertes“ Ehrenamt anbieten zu können.
Ebenso muss eine bessere Anerkennungskultur in der Gesellschaft geschaffen werden, um somit dieses wichtige und notwendige freiwillige Engagement noch fester zu verankern. Wir, die DJK Sportjugend, versuchen an genau diesen Punkten anzupacken und möchten dieses wichtige Thema zu einem unserer Stützpfeiler in der diesjährigen Arbeit machen.
„Aber lass dir ein Nebenamt, in dem du dich als Mensch an Menschen ausgibst, nicht entgehen.“ (Albert Schweitzer)
Text: Michael Leyendecker


